METRO Insights - Ausgabe 02 - Oktober 2021

19. Oktober 2021
Interview Trader: Rafael Gasset | Produktinnovation für HoReCa-Kunden | Regionalität

Willkommen bei METRO Insights!

Die Welt wird komplexer, schneller, unübersichtlicher und digitaler. So weit, so nicht neu. METRO hat sich auf den Großhandel spezialisiert. Etwas neuer, ok.

Wir vereinfachen das Leben unserer Kunden – das ist in der Tat immer wieder neu. Denn hierfür gibt es in 34 Ländern unterschiedliche Initiativen – oftmals mit, immer für unsere Kunden erarbeitet, in Piloten ausprobiert, im Anschluss in weitere Länder ausgerollt.

Lassen Sie uns gleich starten...

Interview mit Rafael Gasset

Immer im Fokus sind unsere Kernkundengruppen, die Trader und Gastronomen. Beide Kundengruppen haben COVID-19 ganz unterschiedlich erlebt. Welche Auswirkungen die Pandemie auf die Trader hatte und noch immer hat, welche Möglichkeiten bei METRO entstehen – das erläutert unser Chief Operating Officer Rafael Gasset in unserem Interview.

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Interview mit Rafael Gasset

Was macht die Trader-Kunden so besonders für Dich?
Trader-Kunden sind nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern vor allem auch ein wichtiges soziales Bindeglied für die Gemeinschaft. Ihre nachbarschaftliche Nähe zu ihren Kunden macht es ihnen möglich, täglich Bequemlichkeit und Komfort zu bieten. Die Pandemie hat uns wieder einmal gezeigt, wie wichtig sie sind. In vielen Ländern spielen diese kleinen Lebensmittelgeschäfte eine entscheidende Rolle bei der Nahversorgung mit Produkten und Dienstleistungen und oft gehen sie dabei sogar noch einen Schritt weiter, indem sie z.B. Hauslieferungen an pflegebedürftige Menschen anbieten.

Ich habe im Laufe der Jahre viele von ihnen in verschiedenen Ländern besucht. Sie unterscheiden sich in Bezug auf ihr Format, ihr Sortiment oder bei ihren Öffnungszeiten, aber alle verdienen unsere volle Anerkennung und Bewunderung für ihre ausdauernde harte Arbeit. Gespräche mit ihnen vermitteln wertvolle Einblicke in den lokalen Handel und in die gesamte Branche. Wir als METRO können dabei lernen, was wir noch tun können, um die Trader erfolgreich zu machen.

Die Trader-Branche hat während der Pandemie ein deutliches Wachstum verzeichnen können. Was sind die wichtigsten Erkenntnisse und Pläne für uns, um dieses Wachstum künftig aufrecht zu halten?
Der Wert und die Bedeutung der unabhängigen Einzelhändler wurden während der Pandemie eindeutig bestätigt und wir bei METRO haben unsere Beziehungen zu dieser Kundengruppe weiter ausgebaut. Das ist eine solide Grundlage, auf der wir nun aufbauen können. So wollen wir z.B. unser Sortiment für Trader-Kunden weiter optimieren. Daher haben wir unsere Trader-Eigenmarke Fine Life vor kurzem umfassend überarbeitet. Der Schwerpunkt liegt darauf, ein modernes Produktsortiment zu gestalten, das ansprechend und passend für den Weiterverkauf an die Endverbraucher ist. Für die Trader-Kunden bietet Fine Life eine garantierte Marge über das gesamte Sortiment hinweg.

Wir bauen daneben auch unser Liefergeschäft für die Trader-Kunden weiter aus. Unser Online-Shop für diese spezielle Kundengruppe ist derzeit in 3 Ländern aktiv, nämlich in Russland, Rumänien und der Türkei, während wir in anderen Ländern lokale Lösungen betreiben. In Indien hat METRO im vergangenen Jahr eine E-Commerce-App für die lokalen Kirana-Märkte eingeführt, die ein schnelles Wachstum verzeichnete. Wir werden die Nutzung der M-Shop-App durch die Trader-Kunden in weiteren Ländern forcieren.

Welche Rolle spielt unsere Vertriebsmannschaft?
Eine entscheidende Rolle! Unser Vertriebsteam wird die Kontakte mit den Trader-Kunden weiter intensivieren, um jederzeit auf ihre geschäftlichen Anforderungen reagieren zu können, insbesondere in der Zeit nach dem Lockdown. Um sowohl die Kenntnisse als auch die Kompetenzen unserer Franchise-Partner und ihrer Mitarbeiter zu steigern, haben wir eine Academy zur Entwicklung eines strukturierten Programms für Weiterbildung und Fachkompetenz gegründet. Wir konzentrieren uns darauf, immer vom Markt des Kunden ausgehend zu denken, um sicherzustellen, dass wir den Kunden im Hinblick auf seine wichtigsten Bedürfnisse unterstützen.

Unsere Franchise-Netzwerke für Trader wachsen stetig, hauptsächlich in Osteuropa. Was sind die neuesten Features und Innovationen, um das nachhaltige Wachstum innerhalb und für diese Kundengruppe voranzutreiben?
Seit weit mehr als 10 Jahren wächst unser Franchisenetz für Trader-Kunden unter den jeweiligen lokalen Marken kontinuierlich. Heute gibt es rund 8.100 solcher Franchise-Märkte in 9 Ländern. Sie stellen einen wichtigen Vertriebskanal und strategischen Wachstumstreiber für METRO dar.

In Rumänien beispielsweise zählt unser Franchiseunternehmen La Doi Pasi mittlerweile über 1.500 Märkte und ist damit die größte Unternehmer-Community des Landes. In Russland betreibt unser Fasol-Netzwerk fast 2.000 Märkte und in der Slowakei wurde gerade die 600. Môjobchod-Franchise-Filiale eröffnet, wodurch sie zur drittgrößten Lebensmittelmarktkette im Land geworden ist.

Die Erweiterung des Geschäfts ist zwar ein wichtiger Aspekt, aber wir bemühen uns daneben auch, den Franchisepartnern innovative Lösungen und mehr Convenience-Shopping zu bieten, damit sie den sich abzeichnenden Trends gerecht werden. Wir bauen gerade moderne Convenience-Formate auf, darunter ein Nahversorgerformat in Polen und ein Format für Innenstädte in Rumänien. Beide Formate sollen in weiteren Ländern ausgebaut werden, darunter in Tschechien und der Slowakei. In den kommenden Monaten werden wir unseren Franchisepartnern und ihren Kunden das neue und modernisierte Konzept unserer Convenience-Angebote präsentieren können – mit der Einführung moderner Warengruppen wie „food to go“ (verzehrfertige Speisen für unterwegs) und „food for later“ (fertige Speisen für zuhause), angepasst an die jeweiligen Standorte und Kundschaft der Märkte unserer Geschäftspartner.

Das sind nur einige Beispiele, Sie können gespannt auf kommende Projekte sein.

Danke für diese Einblicke, Rafa!

Interview geführt von Leiding Chen

Kommentar von Ivonne Bollow

Wesentlich für die Kernkundengruppe der Gastronomen sind die Innenstädte. Auch hier hat COVID-19 zu Herausforderungen geführt: Einzelhändler und Gastronomen beklagen rückläufige Besucher. Um die Innenstädte zu beleben, braucht es vor allem eins: attraktive Angebote für den Endverbraucher. Dazu gehört ein Stadtbild, in dem Gastronomie einen herausragenden Stellenwert einnimmt. Wie wir auf politischer Ebene mit Herz und Statistik hier unsere Kernkundengruppe unterstützen – und was es noch alles braucht, das kommentiert unsere Kollegin Ivonne Bollow, Global Director Corporate Public Policy.

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Innenstadt der Zukunft: Erfolgsrezept Vielfalt?

Wer kennt es nicht? Im Städteurlaub erste Eindrücke beim Schlendern durch die Straßen sammeln, den Shoppingausflug bei einem kurzen Stopp am Café um die Ecke pausieren oder in der Lieblingskneipe mit den Kollegen auf den Feierabend anstoßen. Eine Innenstadt ohne Gastronomie wäre ihren Besuch nicht wert – das zeigt auch unsere neue Studie zur #Innenstadtinitiative von METRO und ist zeitgleich eine Aufforderung an die Politik, jetzt zu handeln! In der im August veröffentlichen Studie haben wir gemeinsam mit dem Institut für Handelsforschung (IFH) 250 Gastronomen in deutschen Innenstädten gefragt, was ihre aktuellen Herausforderungen am Standort sind und welche Pläne sie für die Zukunft haben. Die Ergebnisse sind eindeutig:

Haben unsere Innenstädte eine Zukunft?
Nicht erst seit der Corona-Pandemie schwinden die Erinnerungen an belebte Shoppingstraßen und volle Einkaufszentren. Deutsche Innenstädte befinden sich schon lange in einer Identitätskrise. Wir shoppen mehr online und suchen zeitgleich nach individuellen Erlebnissen. Die Auswirkung zeigen sich in den Fußgängerzonen: Ausbleibende Besucherzahlen, immergleiche Geschäfte und leerstehende Flächen und Gebäude machen die Innenstadt als Ort der Begegnung für Bürger und Besucher unattraktiv. Das hat auch Folgen für Gastronomen. Aktuell beurteilen rund 60 % der Gastronomen die Lage mittelmäßig bis sehr schlecht. Dennoch schaut die Branche motiviert in die Zukunft. Erschwert werden die Zukunftsplanungen durch die Suche nach geeignetem und qualifiziertem Personal (71 %) und den Umgang mit Behörden (52 %).

Der ganzheitliche Blick
Studien zeigen, dass die Motive für einen Besuch in den Innenstädten meistens das kulinarische Erlebnis, das Ausgehen und der Einkaufsbummel sind. Wer lebendige und zukunftsfähige Innenstädte haben möchte, braucht also die Symbiose aus Handel, Gastronomie und Kultur. Alte Strukturen müssen neu gedacht, neue Konzepte entwickelt und innovative Quartier- und Immobilienprojekte umgesetzt werden. Die Gastrobranche muss konsequent mitgedacht werden. Hier ist die Politik gefragt, um planungssichere Strukturen für Gründer zu schaffen und eine lebendige Innenstadtkultur zu fördern.

Auf den Standort kommt es an
Neben zentralen Branchen-Problemen wie dem Fachkräftemangel, sind besonders die Standortvergabe und -entwicklung wichtige Faktoren für die Zukunft von Gastronomie in Innenstädten. Sauberkeit und Ambiente (69 %), Anzahl potenzieller Kundschaft im Einzugsgebiet (68 %) sowie ÖPNV-Anbindung (66 %) und gute Erreichbarkeit für Zulieferer (63 %) – die Rahmenbedingungen der Umgebung spielen bei der Standortwahl eine wichtige Rolle. Hier ist die Politik gefordert, vielfältige Mobilitätskonzepte für Besucher zu schaffen und das städtische Ambiente zu fördern. Dazu braucht es saubere Fußgängerzonen, intakte Gebäude und Fassaden, ausreichend Grünflächen und mehr Lebendigkeit in den Innenstädten. Um besonders jungen und innovativen Projekten eine Chance in Innenstädten zu bieten. Zudem gilt: Attraktive Standorte sind oft zu teuer oder werden gar nicht erst auf den Markt geworfen. Um auch kleinen Unternehmen eine Chance zu bieten, muss die Vergabe von Mietstandorten vereinfacht werden. Eine aktive Förderung der Politik von gezielter Nutzungsmischung und -umnutzung auf Seiten der Mieter kann Abhilfe schaffen. Gleichzeitig sind Konzepte wie eine städtische Vergabeplattform von Gastroflächen eine gute Möglichkeit, mehr Transparenz im lokalen Immobilienmarkt zu fördern.

Die Zeit zum Handeln ist jetzt
Innenstädte sind das Spiegelbild von Historie, Kultur und Lebensart einer Stadt. Als Knotenpunkt sind sie laufend dem Wandel der Zeit ausgesetzt. Die Geschichte zeigt: Städte können sich neu erfinden. Während Ende des 19. Jahrhundert noch hauptsächlich Industrie und Handwerk in den Innenstädten beheimatet waren und sich Metropolen bildeten, boomte in den 1960er und 70er Jahren der Konsum vor Ort. Doch wie sehen Stadtkerne im 21. Jahrhundert aus?

Kommentar von Ivonne Bollow

Das Erfolgsrezept lautet Diversität, Individualität und Erlebnis. Statt monotonen Stadtbildern, die hauptsächlich von immergleichen Angeboten geprägt sind, braucht es Inspiration und Motivation, um eine Erlebniskultur aus unverwechselbaren Orten der Zusammenkunft zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Kommunen und Städten Hand in Hand gehen. Das geht nur im Dialog – und wo lässt es sich besser austauschen als gemeinsam an einem Tisch mit gutem Essen – eben bei dem Lieblingsitaliener?

Ivonne Bollow
Global Director Corporate Public Policy

METRO Chef - Eigenmarke

Nicht nur politisch, sondern auch durch Produktinnovationen helfen wir unseren Kunden. Klimawandel, weniger CO2, mehr Fleischalternativen und Einsatz für den Regenwald: Das beschäftigt uns nicht erst seit dem Superwahljahr 2021. Eine mögliche Antwort: Soja von der Donau, als Fleischalternative im METRO Eigenmarkensortiment. Doch wie kommt ein Produkt überhaupt in das Sortiment, wer bestimmt, welches Produkt entwickelt wird – und – Sie ahnen es: Wie genau das vom Kunden aus gedacht wird und unseren Kunden hilft, lesen Sie hier.

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Unser Huhn wächst an der Donau

METRO Chef - Vegetarisches Hühnchen

Was erwarten Kunden, die bei METRO einkaufen? Ein passgenaues Angebot für ihre Bedürfnisse. Denn dafür stehen wir – ein auf Gastronomen und unabhängige Einzelhändler zugeschnittenes Profi-Sortiment. Konstant gute Auswahl heißt aber nicht konstant gleiche Auswahl. Wurden sich ändernde Ansprüche an Lebensmittel bereits vor der Pandemie deutlich, wirkte diese wie ein Teilchenbeschleuniger auf die Lebensmittelindustrie. Bio- und regionale Produkte sowie Fleischalternativen sind so gefragt wie nie – auch bei unseren Kunden. Deswegen haben wir unter unserer Eigenmarke METRO Chef Veggie international bereits 7 pflanzliche Fleischalternativen ins Regal gebracht, 3 davon sind pflanzliche Alternativen für Geflügelspezialitäten. „Wir sind sehr stolz auf unser alternatives Hähnchensortiment, das unsere Kollegen in Rotterdam entwickelt haben. Wir waren einer der ersten B2B-Akteure, die ein solches Veggie-Sortiment unter eigener Marke auf den Markt gebracht haben und der Erfolg dieser Sortimente zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Jens Bresler, Head of Brand Management METRO Chef & Global Packaging. Deswegen sollen pflanzliche Milch- und Fischalternativen das Eigenmarkensortiment in 2022 verstärken. Aber wie genau funktioniert das? Wie bringen wir bei METRO neue Produkte vom Reißbrett ins Regal?

Pflanzliches Hähnchenfleisch von METRO Chef: Wie entsteht das Produkt?
„Was Produktinnovationen im Bereich Fleischalternativen betrifft, sind wir nicht zuletzt durch den METRO Innovationshub NX-Food nah am Marktgeschehen. Wir tauschen uns zudem regelmäßig mit den lokalen Warengruppen-Managern sowie Köchen und Restaurantbesitzern aus allen METRO Ländern aus. Lieferanten lassen uns auf den US-amerikanischen und den asiatischen Markt schauen und ein Blick ins Sortiment von Wettbewerbern gehört natürlich auch dazu. So bekommen wir schnell ein Gefühl dafür, in welchem Segment wir mit einem Eigenmarkenprodukt innovieren können“, erklärt Xiaoting Chen den Start in die Produktentwicklung für METRO Eigenmarken. Chen verantwortet im Rotterdamer Trading Office, das den kompletten internationalen Einkauf von Fleisch für den Großhändler METRO organisiert, den Bereich Fleischalternativen. Was exotisch klingt, hat Kalkül: auch in den METRO Stores gehören die Fleischalternativen zum Fleischsortiment. So soll deutlich werden, dass die Entscheidung für alternative Proteine keinen Verzicht bedeutet, sondern die Auswahl erweitert.

METRO Chef - Vegetarischer Hühnchen-Burrito

„Wenn wir uns entschieden haben, welches Produkt neu in unser Sortiment kommen soll, checken wir mit verschiedenen Lieferanten, ob ihr Angebot bereits etwas beinhaltet, was für uns von Interesse ist“, erklärt Chen den ersten Schritt der Produktentwicklung. Die METRO Experten holen bei den infrage kommenden Herstellern Produktmuster ein, die dann im konzerneigenen „Taste Lab“ im Blindversuch zubereitet und probiert werden. Nur Lieferanten, die entsprechende Qualitäts- und Hygienezertifizierungen vorweisen können, werden überhaupt in die engere Auswahl einbezogen. Schon vor dem ersten Geschmackstest hat das gewünschte Produkt ein Anforderungsprofil, das mit den einzelnen METRO Ländern abgestimmt ist, die das Produkt später in ihren Regalen stehen haben wollen. Basierend auf diesem Anforderungsprofil testet und bewertet ein Komitee, bestehend aus Kollegen und Kolleginnen aus dem Einkauf, der Qualitätssicherung, Köchen, Abteilungsleitern für den Fleischverkauf im Store sowie einigen Kunden, Textur, Konsistenz, Aussehen, Geruch und Geschmack der Proben im ungekochten und gekochten Zustand. Professionelle Köche sind eng in diesen Prozess eingebunden – schließlich soll hier ein Produkt entstehen, das ihren Bedürfnissen entspricht. Es muss also nicht nur in der Zubereitung überzeugen, sondern auch im Geschmack und der Präsentation. Produkte, die diese erste Hürde schaffen, werden danach in der Qualitätssicherung auf Herz und Nieren geprüft. Nur, wenn die Produkte in Bezug auf Qualitätsstandards, Inhaltsstoffe, Nährwerte und Verpackung den Anforderungen von METRO entsprechen, kommen sie in die nähere Auswahl. Im nächsten Schritt und basierend auf den Ergebnissen aus den Produkttests im ersten Schritt geht es in die Verhandlungen mit den potenziellen Lieferanten. Die METRO Experten definieren dann genau, welche Veränderungen an dem Produkt vorgenommen werden müssen, damit es unter Eigenmarke in die Regale kommt. Haben die Lieferanten das Produkt entsprechend angepasst, werden die Produkte dem Komitee im „Taste Lab“ einmal mehr in Blindverkostungen vorgestellt. „Wenn das Produkt 100 % Zustimmung von allen Teilnehmern bekommt, haben wir den elementaren Teil der Produktentwicklung abgeschlossen – und ein neues Produkt“, sagt Chen.

Soja von der schönen, blauen Donau
Mit der Entscheidung für einen bestimmten Lieferanten startet die Qualitätssicherung bei METRO eine weitere, umfassende Prüfung auf Herz und Nieren. „Lieferanten müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, was Hygiene- und Qualitäts-, Sozial und Nachhaltigkeitsstandards betrifft. Wir arbeiten grundsätzlich nur mit Lieferanten zusammen, die dahingehend mit unserem Wertesystem übereinstimmen“, berichtet Chens Kollege Armando la Marca. Er ist zuständiger Manager für die Qualitätssicherung im Rotterdamer Trading Office. „Wir schauen uns die GFSI-Zertifizierung (Global Food Safety Initiative) an, wir schauen auf historische Daten, wir ziehen Auditierungsergebnisse heran und prüfen, ob alle Inhaltsstoffe eines Produktes bis zum Ursprungsort zurückverfolgt werden können, damit wir lückenlose Rückverfolgbarkeit garantieren können. Nachhaltigkeitsanforderungen sind dabei grundsätzlich nicht verhandelbar. Für die Auswahl des richtigen Lieferanten für unsere Fleischalternativen unter Eigenmarke war zum Beispiel klar, dass Soja als Zutat nur aus einer Region kommen kann, wo der Soja-Anbau nicht ursächlich für Entwaldung ist. Unser Lieferant für die pflanzlichen Hähnchenalternativen bezieht Donau-Soja aus Europa“, so la Marca. Sind alle Checks positiv beschieden und die Vertragsinformation hinterlegt, wird der Lieferant mit seinen Produkten in das METRO System MQuality aufgenommen. Hinterlegt werden dann neben Zutaten und Nährwerten auch Informationen zum Produzenten, z.B. Test- und Auditierungsergebnisse, sowie Produktions- und später auch Verkaufsstätten.

Verpackungen: Schön und gut
Unverpackt lassen sich Fleisch- und Fleischalternativen nicht verkaufen. Gemeinsam mit Verpackungsdesignern steigt das Team der Verpackungsingenieure um Packaging-Chef Jens Bresler in die Entwicklung der Verpackung ein. Auch hier hat METRO klar definierte Vorgaben: so wenig wie möglich, so viel wie nötig – und im Bestfall umweltschonend. Bestimmte Verpackungsstoffe wie EPS und PVC sind grundsätzlich ausgeschlossen. Bresler: „Bei der Entwicklung der Verpackungen für unsere Eigenmarkenprodukte wollen wir ein positives Kundenerlebnis schaffen und die Umweltbelastung während des gesamten Lebenszyklus verringern. Wir stellen sicher, dass bei minimalen Rohstoffeinsatz die Mindestdicke des Beutels und die maximale Füllmenge übereinstimmen. So garantieren wir Haltbarkeit, Handling und Produktqualität. Und mit dem einzigartigen Design der METRO Chef Veggie Produkte schaffen wir auch einen Wiedererkennungswert für unsere Kunden.“

Testen, testen, wiederholen

METRO Chef - Vegetarisches Hühnchen

Sobald Produkt und Verpackung stehen, geht es in die Erstproduktion. Nach langen Wochen des Testens, Planens und Verhandelns ist das ein großer Moment für die Produktentwickler. „Es ist immer großartig, wenn wir endlich das Endprodukt in den Händen halten können. Aber es ist auch die Zeit der extrascharfen Kontrollen: Verpackung, Produkt, Rückverfolgbarkeit, Laboranalysen, Etikettanforderungen – nur wenn alle Punkte unseren und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, können wir das Produkt letztlich für das Regal freigeben und es den METRO Kunden präsentieren“, so Qualitätsmanager la Marca. 4 Monate vergehen im Schnitt von dem Moment, in dem METRO mit der Entwicklung eines neuen Produktes beginnt bis zu dem Moment, in dem das Produkt tatsächlich im Markt oder online gekauft werden kann.

„Unsere Arbeit fängt da aber eigentlich erst an“, sagt Qualitätsexperte la Marca. „Um verlässliche Qualität zu garantieren, werden sowohl Produkt als auch Produzent regelmäßigen Screenings, Tests und Laboruntersuchungen unterzogen – einige davon auch unangekündigt. Damit stellen wir sicher, dass die Qualität unserer Produkte in jeder Hinsicht stimmt“, so Armando la Marca.

Die Familie wächst
Und für das METRO Chef Veggie Sortiment stehen derzeit einige Produktentwicklungen an. Bresler: „Unser Veggie-Angebot wächst mit den Bedürfnissen unserer Kunden. Wir befinden uns aktuell in der Entwicklungsphase von Milchalternativen. Bald werden wir verschiedene Sorten pflanzenbasierter Milchalternativen auf Soja-, Hafer-, Mandel-, Reis- und Kokosbasis anbieten. Unser Ziel ist es, sie biozertifiziert, ohne Zuckerzusatz und nachhaltig verpackt anzubieten.“ In Hong Kong entwickelt ein Expertenteam der METRO Food Sourcing Einheit derzeit zudem ein alternatives Fisch-Sortiment für METRO Chef Veggie, Fisch vom Feld sozusagen. Eingeführt werden sollen diese Produkte 2022.

Regionale Pilze

Eine andere Möglichkeit: Regionale Produkte. Welche Rolle die METRO dabei spielt und warum Gastronomen immer häufiger auf sie zurückgreifen, hat verschiedene Gründe. Wir haben ein paar für Sie zusammengestellt.


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Wie sich regionale Lebensmittel für Gastronomen auszahlen

„Toll … einfach leckeres regionales Essen“, schreibt Lea im Internet – und schenkt ihrem Lieblingsrestaurant die volle Punktzahl. Gute Qualität spricht sich in den sozialen Medien schnell herum. Dabei sind es vor allem Lebensmittel aus der Nähe, die heute überzeugen. Regionales Essen hat sogar ein besseres Image als Bioprodukte. So das Ergebnis einer aktuellen Befragung aus dem Jahr 2021, das selbst die Macher der Studie von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen überraschte.

Regional hergestellte Lebensmittel

Die Nachfrage nach Regionalem wächst – davon können Gastronomen profitieren.
Regional bedeutet für sie satter Geschmack und geballte Vitamine von saisonalem Obst und Gemüse, das – reif geerntet – so schnell es geht auf dem Teller landet. Dazu kommt eine gute Klimabilanz. Milch und Fleisch etwa aus dem näheren Umkreis haben deutlich kürzere Transportwege hinter sich. Zudem hat sich längst herumgesprochen: Wer auf Heimisches setzt, unterstützt Landwirte aus der Nachbarschaft. Hierzu trägt auch METRO bei und fördert regionale Lieferanten und Produkte in verschiedenen Ländern.

Gleich mehrfach punkten also Gastronomen, die auf Regionales setzen, bei ihren Kunden. Und die sind bereit, für das erntefrische Essen tiefer ins Portemonnaie zu greifen. 61 Prozent der Konsumenten Europas wären bereit, mehr für ein regionales Produkt zu bezahlen. Von diesen würden 65 Prozent wiederum einen Preisaufschlag von über fünf Prozent akzeptieren. Das ermittelte eine Umfrage in 17 Ländern.

Gute Gründe, mehr über diese regionalen Nahrungsmittel zu erfahren.

Was regional für die Menschen bedeutet
Erst einmal, was heißt überhaupt „regional“? Was verstehen Verbraucher eigentlich darunter? „Eine bestimmte Region betreffend, für sie charakteristisch“ – sagt der Duden. Doch je nachdem, wen man darüber hinaus befragt, fallen die Antworten ganz unterschiedlich aus. Menschen in Indien mögen das Gewürz aus hunderten Kilometern Entfernung als regional empfinden, weil es aus demselben Bundesstaat kommt. Dagegen gilt mitunter der Mozzarella aus dem benachbarten Landkreis bei Italienern schon nicht mehr als regional.

Um herauszufinden, wie Verbraucher ein lokales Produkt definieren, haben wir 6.700 Teilnehmer aus 23 Ländern befragt. Das Fazit: Mal bezieht sich „Nähe“ auf die Wertschöpfungsstufen bei der Herstellung, etwa mithilfe traditioneller Rezepte oder Verfahren. Mal ist die kurze Entfernung zum Ort der Herkunft oder des Verkaufs gemeint.

Wie heimisches Essen in Erstaunen versetzt

Käse aus regionalen Produkten

Regionale Küche kann nicht nur überzeugen, sondern auch verblüffen. Wer hätte etwa gedacht, dass Quinoa, ein Superfood aus den Anden Südamerikas, nun auch im Rheinland angebaut wird. Oder dass Ingwer, der heißes, feuchtes Klima bevorzugt, neuerdings im Frankenland heranwächst.

Die eingewanderten Naturalien nennen sich „Local Exotics“. Sie haben einen aktuellen gastronomischen Trend möglich gemacht: die Glokalisierung, ein Zusammenspiel aus lokal und global. Dabei kombinieren kreative Köche heimisches Essen mit gefragten, nun regionalen Lebensmitteln, die ursprünglich aus der Ferne stammen. Es paart sich dann etwa der bodenständige Kürbis mit orientalischen Kichererbsen zu einem raffinierten Salat – und wird so zur saisonalen Spezialität mit internationalem Flair.

Auf diese Weise eröffnen sich Gastronomen ungeahnte Möglichkeiten: Wer Zünftiges mit Exotischem verfeinert, zieht neue, oftmals jüngere Zielgruppen an. Ganz von selbst entsteht so eine ungewöhnliche Geschichte darüber, woher die Zutaten stammen, wie sie hergestellt oder zubereitet werden. Eine Geschichte, die sich auf der Speisekarte gut macht und sich zum Weitererzählen eignet. Es gibt also verschiedene Spielarten, die regionales Essen in Szene setzen.

Doch bei aller Vielfalt sichert nur eines langfristig das Vertrauen der Menschen: Transparenz.
Verbraucher wünschen sich in erster Linie Transparenz – im besten Fall sogar die Möglichkeit, Herkunft, Weg und Verarbeitung regionaler Zutaten zurückzuverfolgen. Bei der Werbung mit regionalem Essen gilt es, ungenaue oder verwirrende Angaben sowie leere Versprechen zu vermeiden. Es verspielt Vertrauen, wenn Kirschen als regional beworben werden, die bereits einen Transportweg von 500 Kilometern hinter sich haben.

Klare, transparente Kommunikation dagegen überzeugt auf Dauer. Sie vermittelt Kunden das gute und sichere Gefühl, die richtige Adresse für Lebensmittel gefunden zu haben, die ihren Vorstellungen entsprechen.

Weshalb Regionales allen Seiten nützt
Nur so entstehen aus einem Trend langfristige Vorteile für alle entlang der Wertschöpfungskette: für Erzeuger, Händler und Gastronomen ebenso wie für Verbraucher.

Wir bei METRO wollen unseren Beitrag dazu leisten. Als einer der ersten Unterzeichner des europäischen „Code of Conduct“ hat unser CEO Dr. Steffen Greubel die Verpflichtung der METRO AG, nachhaltige Lieferketten aufzubauen und transparent darüber zu berichten, untermauert. Diese Worte bauen auf Taten: Unter anderem unterstützen wir Produzenten von regionalen Produkten vor Ort. Viele traditionsreiche Lebensmittel profitieren. Die türkische Kapıdağ-Zwiebel etwa, Honig von österreichischen Imkern, die Smilian-Bohne aus Bulgarien, Wein aus den Bergen Moldawiens und Fleisch von Boškarin-Rindern, eine alte Rasse, die so vor dem Aussterben bewahrt werden konnte, sind nur einige Beispiele.

Ehrgeizige Ziele – wie die Umstellung auf ein Plus an regionalen Produkten – lassen sich nicht auf Anhieb hundertprozentig erfüllen. Doch gemeinsam können wir Veränderungen leichter vorantreiben. Deshalb setzen wir auf den Dialog und die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern. Eine Zusammenarbeit, die das Vertrauen der Verbraucher nachhaltig sichert und von der alle Seiten profitieren.

Wir hoffen, dass Sie beim Lesen dieser Ausgabe genauso viel Spaß hatten wie wir beim Zusammenstellen für Sie.

Herzlichst grüßt Sie,

Ihr METRO Team

Hülya Dagli, Sirin Emre-Flender, Gerd Koslowski, Katharina Lessenich, Anne Linnebrügger, Chen Leiding

News

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Hier finden sie die aktuellsten METRO News. Diesmal im Fokus: Unsere vorläufigen und nicht testierten #METROinZahlen für das GJ 2020/21 (ab 20.10. online). Sehen Sie sich zudem an, wie der #OwnBusinessDay die lokalen Communities inspiriert und die Hauptstadt Düsseldorf erhellt hat. Viel Spaß beim Stöbern!

Geschichten

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Nach dem Aussehen beurteilt? Die inneren Werte zählen! Das gilt z.B. auch für Bananen in den Märkten. Sie sind das Obst, das besonders häufig aussortiert wird - nur weil sie vielleicht braune Sprenkel haben. Aber der Geschmack sagt: Lieber süß und vielleicht nicht so ansprechend als grün und ohne Geschmack. Ein Dilemma? Auf MPULSE online finden Sie 12 kulinarische Ideen zur Rettung von Lebensmitteln und Vieles mehr!

Stellungnahmen

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Eine unserer wichtigen Säulen beim Thema Digitalisierung ist neben unseren DISH Tools und den digitalen Helfern in unseren Märkten unser METRO Marktplatz. Die jetzt anstehende Regulierung durch das Digitalisierungsgesetz (DSA) betrifft natürlich auch den METRO Marktplatz und METRO als Plattformbetreiber.