METRO Umfragen: Mehrheit fürchtet das Verschwinden der Gastronomien auf dem Land
16. Juli 2026Download
Landgastronomie (KI-generiert)
Viele Gastronomiebetriebe im ländlichen Raum stehen wirtschaftlich unter Druck. Verschwinden sie, droht mit ihnen auch ein Stück regionaler Esskultur verloren zu gehen. Zwei aktuelle Umfragen des Lebensmittelgroßhändlers METRO unter Gastronomen sowie gemeinsam mit YouGov unter der Landbevölkerung zeigen, wie bedeutend Landgasthöfe für Gemeinschaft und kulturelle Identität sind. Umso größer ist die Sorge, dass gerade diese Orte des Zusammenkommens und Erhalts regionaler Kulinarik verloren gehen könnten. Ein Thema, das deutlich stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte rücken sollte.
Auf dem Land ist es für viele Gastronomiebetriebe derzeit nicht leicht, wirtschaftlich stabil zu arbeiten. Gleichzeitig steht beim Thema Landgastronomie mehr auf dem Spiel als einzelne Betriebe, denn hier wird ein wichtiger Teil des regionalen kulinarischen Erbes einer vielfältigen deutschen Esskultur bewahrt. Ein Thema, für dass sich METRO als Partner der Gastronomie stark macht. Dr. Steffen Greubel, CEO der METRO AG: „Gutes Essen gibt es auch abseits der deutschen Großstädte. Ich bin oft im ländlichen Raum unterwegs und treffe dort Menschen, die mit viel Herzblut ihre Betriebe führen, oft seit Generationen. Sie sind herzliche Gastgeber und echte Macher in ihrem Heimatort. Für sie sind starke Beziehungen zu den Gästen besonders wichtig, da wenig Laufkundschaft zufällig ihr Restaurant besucht. Und fast jede Region in Deutschland hat Spezialitäten zu bieten, die genau diese Betriebe oft seit vielen Jahren anbieten, das ist besonders und erhaltenswert.“

Ein zentrales Ergebnis der B2B-Befragung ist die enorme Bedeutung der Betriebe für ihre Region. 97 % der befragten Gastronomen sehen ihren eigenen Betrieb als wichtig oder sehr wichtig für die Lebensqualität vor Ort. Gleichzeitig bewerten 90 % ihre Häuser als bedeutende Treffpunkte für die lokale Gemeinschaft. Kein Befragter hält die soziale Funktion seines Betriebs für unwichtig. Landgastronomie begreift ihre Rolle damit selbst als sozialen und kulturellen Ankerpunkt, der das Zusammenleben im ländlichen Raum maßgeblich prägt.
Dieses Bild wird durch die Perspektive der Gäste bestätigt. In der B2C-Umfrage geben 81 % der Befragten an, dass Landgasthöfe wichtig für die Lebensqualität im ländlichen Raum sind. Besonders hervorgehoben werden dabei soziale Interaktion sowie die Pflege regionaler Traditionen und Bräuche. 43 % bewerten die soziale Interaktion als eher wichtig und weitere 28 % als sehr wichtig. Für die Erhaltung von Traditionen und Bräuchen sehen 38 % eine eher wichtige und 36 % eine sehr wichtige Rolle.
Regionale Küche als Erfolgsrezept
Neben ihrer sozialen Funktion leisten Landgasthöfe einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Identität ihrer Regionen. Die Verbindung zur regionalen Küche ist dabei besonders stark ausgeprägt. 86 % der befragten Gastronomen sehen in regionalen Gerichten einen zentralen Treiber für die Attraktivität ihres Angebots. Gleichzeitig bestätigen 82 % der Gäste die enge Verknüpfung von Landgasthöfen mit regionalen Spezialitäten. Für die Hälfte (50 %) der Befragten ist die regionale Küche sogar der wichtigste Grund, einen Landgasthof zu besuchen. Ganz besonders beliebt sind bei allen regionalen Unterschieden bei den Gästen Fleischgerichte wie Braten und Schnitzel, die gemeinsam auf 25 % der am häufigsten genannten Gerichte kommen. Als den stärksten positiven Trend der letzten Jahre nennen die Landgastronomen übrigens die stärkere Wertschätzung regionaler Speisen (71 %).
Diese Bedeutung zeigt sich auch im Alltag der Betriebe: Rund 90 % der Gastronomen geben an, häufig oder sehr häufig regionale Produkte einzusetzen. Regionale Beschaffung ist damit kein Nischenthema, sondern gelebter Standard und ein zentraler Bestandteil der Wertschöpfung im ländlichen Raum. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, lokale Produzenten zu stärken und kurze Lieferketten aufrechtzuerhalten.
Auch aus Sicht der Gäste sind die Anforderungen an Landgasthöfe eng mit Regionalität und Qualität verbunden. 68 % messen hausgemachten Speisen eine sehr hohe Bedeutung bei, 50 % legen großen Wert auf Saisonalität und 48 % auf regionale Zutaten. Transparenz über die Herkunft der Produkte sowie die Zusammenarbeit mit lokalen Erzeugern sind für jeweils rund 40 % ebenfalls sehr wichtig.
Die Bedeutung eines passenden Ambientes und regionaler Spezialitäten in der Landgastronomie wird ebenfalls deutlich: Für 72 % der Befragten ist eine gemütliche Atmosphäre entscheidend für einen gelungenen Besuch, während 67 % die regionale Küche als prägendes Element nennen. Aspekte wie Heimatgefühl und eine kurze Entfernung zum Lokal spielen für 40 % beziehungsweise 38 % eine wichtige Rolle. Eine hohe Weiterempfehlungsbereitschaft – 49 % würden Landgastronomien auf jeden Fall weiterempfehlen, 37 % gelegentlich – unterstreicht zusätzlich die positive Wahrnehmung dieser Betriebe.
Herausforderungen und Zukunft der Landgastronomie
Gleichzeitig zeigt die B2C-Umfrage ein wachsendes Problembewusstsein: 67 % der Befragten äußern Bedenken, dass Landgasthöfe zunehmend verschwinden könnten. Diese Sorge unterstreicht die Notwendigkeit, den speziellen Stellenwert der Landgastronomie intensiver in den Fokus aktueller Diskussionen über Gastronomie in Deutschland zu nehmen. Die Betreiber nennen als ihre drei größten Herausforderungen Bürokratie (86 %), mehr politische Unterstützung (51 %) aber auch mehr Wertschätzung seitens der Gäste (29 %) – hier zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Großteil der befragten Gastronomen schaut trotz aller Herausforderungen positiv in die Zukunft (62 %), ein Dittel (32 %) antwortet bei dieser Frage jedoch mit eher negativ oder negativ.
Vor dem Hintergrund der Umfrageergebnisse und aus der täglichen Zusammenarbeit mit ländlich angesiedelten Kunden leitet METRO einen klaren Appell ab: Die Rolle der Landgastronomie muss stärker sichtbar gemacht werden, sowohl als relevantem wirtschaftlichen Faktor, vor allem aber als sozialer Treffpunkt und Träger regionaler Identität.

