METRO Insights - Ausgabe 01 - Juli 2021

07. Juli 2021
Interview Dr. Steffen Greubel | Innovation im Großhandel | Nachhaltigkeit

Willkommen bei METRO Insights!

Alles bleibt anders. Das traf wohl selten so sehr zu wie in den letzten rund 1,5 Jahren.

Persönliche Treffen, Interviews vor Ort, Pressekonferenzen – das alles hat es viel zu lange nicht gegeben. Um Gesprächsstoff zu liefern, interessante Themen wieder aufzunehmen und um Sie weiterhin für die Welt des Großhandels zu begeistern, präsentieren wir Ihnen die erste Ausgabe von METRO Insights. Was Sie erwartet? Spannende Einblicke, frische Hintergründe und klare Haltung.

Lassen Sie uns gleich starten...

Kommentar Dr. Steffen Greubel

Statt Profifußball Profikunden aus Gastronomie und Traderbusiness: Was Dr. Steffen Greubel als kleiner Junge nicht auf dem Plan hatte, wenn er an seine berufliche Zukunft dachte, freut heute die Belegschaft der METRO AG. Als CEO ist er Anfang Mai im Headquarter in Düsseldorf gestartet, mit Leidenschaft und viel B2B-Know-how. Was ihn die ersten Wochen umgetrieben hat, lesen Sie exklusiv im Interview.

Interview lesen


„Großhandel lebt von Leidenschaft, Kompetenz und Vertrauen“

Steffen, von welchem Job hast Du als kleiner Junge geträumt?
Als kleiner Junge habe ich in meiner Heimat Schweinfurt angefangen, Fußball zu spielen. Der Traum von einer Profi-Karriere hat mich dann in meiner Jugend begleitet. Dabei war ich auch ziemlich ehrgeizig. Am Ende ist daraus bekanntermaßen nichts geworden. Die Alternative mit dem Gang in die Wirtschaft war jedoch nicht minder spannend.

Gelandet bist Du im Handel. Seit Mai dann bei METRO. Wie ist es dazu gekommen?
Entscheidend ist, Freude an dem zu haben, was man tut. Ich hatte immer Spaß an Zahlen, daher u.a. die Ausbildung bei der Bank. Während meiner Zeit in der Beratung habe ich dann das B2B-Geschäft und den Handel für mich entdeckt. Großhandel lebt von Leidenschaft, Kompetenz und Vertrauen. Und einem starken Miteinander. Als Unternehmen kann man nur erfolgreich sein, wenn man mit der gleichen Passion wie die Kunden in der Branche agiert und glaubwürdig für das Thema brennt. Das tun wir bei METRO. Unsere Mannschaft ist mit Leib und Seele dabei – darüber freue ich mich jedes Mal, wenn ich in unseren Märkten unterwegs bin oder mit unseren Kunden spreche. Und wie essenziell unsere Branche für das Gemeinwohl und das gesellschaftliche Miteinander ist, hat ja jeder einzelne während der Pandemie zu spüren bekommen. Wir alle verbinden viele positive Momente mit der Gastronomie und den kleinen unabhängigen Einzelhändlern! Die Branche ist bunt, voller Energie und hat viel Herz. Schön, hier zu sein.

Was braucht man als CEO eines Großhändlers wie METRO am allermeisten?
Die METRO hat in den vergangenen Jahren die Transformation hin zum reinen Großhändler erfolgreich abgeschlossen. Jetzt geht es um Umsetzung. Und das bedeutet, nah am Kunden und seinen Bedürfnissen zu sein, den Mitarbeitern in den Märkten und Depots zuzuhören. Das gilt auch für den CEO im Unternehmen. Daher bin ich auch so oft wie möglich auf der Fläche. Ich möchte mir möglichst schnell einen Eindruck von unseren Kunden, Teams und den unterschiedlichen Markt- und Wettbewerbsbedingungen verschaffen. Unser Ziel ist es, den Wachstumsmotor der METRO nach Ende der Pandemie wieder anzuwerfen.

Und was kannst Du im Job überhaupt nicht gebrauchen?
Im Schwäbischen gibt es den Spruch: ‚Nicht schwätze, schaffe!‘. Da steckt viel Wahrheit drin! Lieber etwas ausprobieren und damit scheitern, als aus Angst vor dem Scheitern gar nichts wagen. Fehler dürfen passieren, Hauptsache man spricht miteinander und lernt daraus. Nur so schafft man Raum für Innovationen und kann sich vom Wettbewerb abgrenzen. ‚Geht nicht‘, gibt es dabei nicht. Und zu guter Letzt: Wenn man etwas ankündigt, sollte man es auch tun. Nur so entsteht Vertrauen bei den Kunden und Partnern.

Nach rund 2 Monaten in der METRO Familie – was sind Deine ersten Beobachtungen?
Natürlich hatte ich bereits vor meinem Amtsantritt zahlreiche Märkte in Deutschland besucht, habe mit vielen Mitarbeitern und Kunden gesprochen. Mittlerweile war ich auch in Italien, Spanien und den Niederlanden. Weitere Länderbesuche sind geplant. 3 Beobachtungen, die ich aber überall machen durfte:

  • Zum einen können wir uns als Vorstand auf eine sehr engagierte und motivierte Mannschaft verlassen, die gerade in den Lockdown-Phasen immer an der Seite unserer Kunden stand und jetzt mit ihnen gemeinsam den Restart abfeiert und das ordentlich und mit jeder Menge Freude.
  • Zweitens steht das METRO Sortiment für hohe Qualität, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit.
  • Drittens hat die METRO Marke nicht nur eine hohe Bekanntheit, sondern wird von unseren Kunden mit vielen positiven Attributen verbunden.

Das sind aus meiner Sicht wichtige Voraussetzungen dafür wieder zu wachsen.

Und was ist am Ende Dein Ziel? Wie und wo wollen wir wachsen?
Bitte gebt mir noch etwas Zeit, um über unsere Strategie zu sprechen. Was ich jetzt schon sagen kann: Wir brauchen ein starkes Kerngeschäft, aber auch Innovationen und Investitionen, wo es geboten ist. Ich sehe hier u.a. den Ausbau unseres Belieferungsgeschäftes, die weitere Digitalisierung unserer Kunden sowie das Wachstum im E-Commerce. Am Ende verändert sich der Markt sehr schnell und unsere Kunden erwarten, dass wir ihnen zuhören und ihnen die richtigen Angebote machen.

Vielen Dank!
Das Interview führte Hülya Dagli

Wir als METRO freuen uns gemeinsam mit unseren Kunden, dass es nun endlich wieder losgeht: #RestartGastro! Und wir sind dabei und entwickeln neue Ideen, um unsere Kunden noch besser zu unterstützen. Sei es durch Anwendung künstlicher Intelligenz für den Einkaufsprozess in unseren Stores oder durch das Erschließen neuer Märkte und strategischer Partnerschaften für eine digitalere Gastronomie – wie zuletzt etwa in Großbritannien.

Künstliche Intelligenz


Neue Wege beschreiten: Wie künstliche Intelligenz den Zahlvorgang beschleunigt

Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch. So halten laut Bitkom-Studie von April 2021 zwei Drittel der befragten Unternehmen KI für die wichtigste Zukunftstechnologie. Aber lediglich 8 % nutzen bisher KI-Anwendungen. Auch die Analysten von AIMultiple sehen einen langanhaltenden, wachsenden Trend – und schaut man in Google Analytics, ist ebenfalls ein Anstieg des Suchbegriffes aus den Daten abzulesen.

METRO DIGITAL, die IT-Unit der METRO AG, ist in 34 Ländern für die IT-Bedürfnisse der METRO AG zuständig und gehört zu diesen 8 %, die schon seit längerem auf KI-Prozesse setzen und so technische Entwicklungen für den Großhandel vorantreiben. Oftmals wird hier die Innovationskraft von Start-ups genutzt und die Produkte werden in fruchtbaren Symbiosen weiterentwickelt.

Self-Check-Out und vereinfachter Einkaufsprozess – Nomitri

M|Companion App

Nomitri ist ein solches Beispiel: Das junge Berliner Start-up, das 2019 gegründet wurde, hat einen Intelligenten Shopping Assistenten entwickelt, der Händlern ermöglicht, kassenloses Bezahlen per Smartphone anzubieten. Ebenso kann durch die Interaktion mit der intelligenten Smartphone-Kamera Kaufverhalten erkannt und vorhergesagt werden.

Dabei setzt Nomitri auf „Embedded Visual KI“ und nutzt unter anderem intelligente Bilderkennung, die direkt auf dem Smartphone ausgeführt wird. METRO hat einen ersten offline Test unterstützt. Zukünftig könnte die Technologie einfach in bereits vorhandene Apps wie die M|Companion integriert werden – zum Beispiel als eine mobile Anwendung, um den Einkaufsprozess der Kunden einfacher zu gestalten. Durch die Bildererkennung und die genutzten Algorithmen registriert das Handy nicht nur, welche Produkte in den Warenkorb gelegt – oder auch wieder herausgenommen werden für das spätere Bezahlen, sondern auch individuelle Kundenverhalten, die sich dann in konkrete persönliche Kundenempfehlungen für den Händlern umwandeln lassen.

Diese digitale Lösung funktioniert ohne teure Kamerainstallationen, Cloud-Infrastruktur und Internetverbindung und kann innerhalb sehr kurzer Zeit in bestehende Apps implementiert werden. Gleichzeitig ließen sich beispielsweise dem Gastro-Kunden während des Einkaufs Produkte vorschlagen sowie weitere personalisierte Dienstleistungen anbieten, wie beispielsweise der Zutateneinkauf nach Kochrezepten.

Timo Salzsieder, CIO METRO AG: „Wir entwickeln intern, aber auch gemeinsam mit Partnern wie Google oder Nomitri, moderne Applikationen, die KI und Machine Learning in nahezu allen Bereichen inzwischen integrieren. Der Nutzen von KI für die internen User, aber auch unsere Kunden ist klar erkennbar. Das Thema Innovation treiben wir mit Partnern weiter voran. So haben wir im März beispielweise mit Google Cloud und Wipro einen Cloud Competence Hub gegründet.“

Für die Kunden des Großhändlers ist die M|Companion App und die Nutzung der KI kostenfrei. Händler, die ihren Kunden das kassenlose Einkaufen anbieten möchten, zahlen eine Lizenzgebühr. „Wir sind ein innovatives Unternehmen und freuen uns, dass METRO uns die echte Einkaufsumgebung zur Verfügung stellt. So können wir in Tests, die seit März dieses Jahres in einem Großmarkt in Nordrhein-Westfalen stattfinden, unser Produkt weiterentwickeln und Endkunden Feedback einholen. Wir wollen schnell auf einen groß-angelegten Endkunden-Piloten hinarbeiten“, sagt Trinh Le-Fiedler, CEO von Nomitri. Dieser soll ebenfalls in Nordrhein-Westfalen durchgeführt werden, geplant ist er FÜR das zweite Halbjahr in 2021.

Self Check-Out mit doppelter Sicherheit – Supersmart

Self-check-out with double security - Supersmart

„In Tschechien haben wir bereits vor 2 Jahren mit einem israelischen Start-up eine andere Kassenlösung getestet, die nun in Ländern wie der Türkei, Ungarn und der Ukraine, ausgerollt wird – Supersmart“, sagt Dragos Rosca, Product Owner bei METRO DIGITAL. Hier wird der Einkaufswagen des Kunden vom Kunden selbst gescannt. Die Scan-and-Go-App wird von Supersmart entwickelt und an METRO Bedürfnisse angepasst. Sie heißt Makro Scan für Tschechien, Metro Fast für die Türkei und METRO EXPRESSZ KASSZA in Ungarn.

Im Hintergrund arbeitet eine künstliche Intelligenz, die den Warenkorb mit gängigen Einkaufsmustern sowie mit Kundendaten abgleicht. Gleichzeitig prüft eine Bilderkennungssoftware das aufgenommene Bild mit dem gescannten Einkaufswagen. Anders als bei Nomitri findet hier jedoch eine zusätzliche Validierung am Ende des Einkaufs statt: Der Kunde schiebt den Einkaufswagen auf eine Waage. Innerhalb von 3 Sekunden werden die Preise aller darin befindlichen Artikel erfasst und der Kunde kann bezahlen. Bei Unstimmigkeiten wird der Kunde diskret darauf hingewiesen, dass er möglicherweise vergessen hat, etwas zu scannen. Im Durchschnitt werden 88 % der Produkte korrekt erfasst. „Wenn man bedenkt, dass die Menschen fast ein ganzes Jahr ihres Lebens damit verbringen, in der Schlange zu stehen, sind solche Lösungen einfach schon ein Muss. Die Lösung von Supersmart spart unseren Kunden durchschnittlich 7 Minuten Zeit an der Kasse.“

Doch der Check-out-Prozess ist nur eine von vielen Anwendungsfeldern, in denen das Thema künstliche Intelligenz bei METRO eine Rolle spielt. „Mit Algorithmen und Datenanalysen können wir einen zielgenauen und personalisierten Dialog mit unseren Profikunden führen”, erklärt Salzsieder. „Auch können wir mithilfe von Künstlichen Intelligenzen und Maschinellem Lernen unser Sortiment an den professionellen Bedarf unserer Kunden passgenau ausrichten und unsere Preisstrategien optimieren. Das Thema beeinflusst also bereits sämtliche Bereiche bei METRO und wird künftig auch weiterhin eine große Rolle spielen – ob im Markt, online mit Chatbots oder bei der Lieferung an den Gastronomen.“

Digitalsierung in der Gastro


Digital Gastronomy

COVID-19 und die digitale Aufholjagd der Gastro-Branche

Die Digitalisierung in der Gastronomie hat in den letzten 18 Monaten durch COVID-19 eine Beschleunigung erfahren. Ob in den Lockdowns zum Abfangen der Umsatzeinbrüche durch Pick-up oder eigene Belieferungen, ob in den Wiedereröffnungsphasen durch das Nutzen von Reservierungstools oder Check-In-Möglichkeiten – digitale Lösungen sind für Restaurateure nicht mehr wegzudenken. „Auch uns hat die Pandemie hart getroffen. Nur mit unserem Außer-Haus-Geschäft können wir als Gastronomie in der Krise überleben. Wir sind den vielen digitalen Möglichkeiten, wie zum Beispiel DISH Order, für unsere Gäste präsent zu bleiben, sehr dankbar“, so Georgios Blatsas, Inhaber des Restaurants Ludenberger in Düsseldorf. Hospitality Digital, die Unit der METRO AG, die die Digitalisierung der Gastronomie vorantreibt, hat in Pandemiezeiten nicht nur digitale Tools für Restaurateure entwickelt, sondern auch Partnerschaften geschlossen, um die HoReCas (Hotels, Restaurants, Caterer) dieser Welt zu unterstützen. Dabei geht das Unternehmen neue internationale Wege, auch in Ländern, in denen METRO physisch nicht vertreten ist.

Strategische Partnerschaften, um Digitalisierung der Gastronomie voranzutreiben

So beispielsweise in Großbritannien, wo das Unternehmen gemeinsam mit Molewood Consulting, einer Technologieberatung und Vertriebsorganisation, die Kräfte bündelt und Gastronomen mit digitalen Lösungen von der Online-Plattform DISH versorgt: „Digitale Lösungen, wie Reservierungstools, Websites und Weblisting, sind für alle Restaurateure relevant, auch wenn es keine METRO Märkte in dem jeweiligen Land gibt. Dadurch erschließen wir neue Kunden im digitalen Geschäft und entwickeln uns immer mehr zu einem Plattformunternehmen. Für uns ist das ein spannendes Umfeld, denn als Digitalunternehmen können wir überall tätig werden. Unsere Lösungen, durch die Restaurateure ihr Geschäft optimieren können, treffen auch hier den Nerv der Zeit und zudem auf eine Marktlücke“, sagt Dr. Volker Glaeser, CEO Hospitality Digital.

Als verlängerter Vertriebsarm der Hospitality Digital bietet Molewood Consulting die DISH Tools den Gastronomen an und bündelt in einem Angebot für 69 Pfund diverse Tools. Für Großbritannien, wo METRO bislang lediglich via Classic Fine Foods vertreten war, sind auch die bereits in 16 Ländern erprobten innovativen Tools der Digitaltochter des Großhändlers attraktiv und adressieren gleich über 130.000 Gastronomen im Land. „B2B-Plattformen sind hoch spezialisiert und oftmals noch nicht so erschlossen wie B2C-Plattformen1 – hier eröffnet sich also neues Potenzial für uns. Mit unseren Lösungen sind wir international aktiv, haben über 200.000 Kunden und allein schon über unser Reservierungstool über 10 Millionen Gäste platziert. Das wird auch bei der Erschließung des Marktes in Großbritannien ein Pfund sein, mit dem wir punkten können“, so Glaeser weiter.

Daten helfen dem Gastgewerbe zu überleben

Ebenfalls neu im Kosmos der Partner von Hospitality Digital: DeepIdeas. Ein Joint Venture mit Datalogue. DeepIdeas schafft durch intelligente Datenkombination eine einzigartige Informationsbasis. Hierzu werden METRO eigene Daten, zum Beispiel über die Märkte und das Kundenkaufverhalten, Daten aus digitalen Tools, aber auch externe Daten, die zugekauft werden, ausgewertet. „Wir analysieren zum Beispiel digitale Speisekarten und sammeln so weitere Informationen, die für uns und unsere Kunden wichtig sind“, erklärt Glaeser. So erhält Hospitality Digital nicht nur einen ganzheitlichen Blick auf den Hospitality-Markt, sondern kann durch smarte Datenauswertung Kunden maßgeschneiderte Angebote, die zu ihrem Kaufverhalten passen, machen und neue digitale Tools entwickeln, die Gastronomen helfen. „Selbstständige Unternehmer können auf Basis unserer Daten etwa verstehen, was Restaurants in ihrem direkten Umfeld anbieten und so überlegen, wie sie ihr Angebot noch weiter ausdifferenzieren können.“ Das Ludenberger, das sich als Restaurant mit deutsch-griechischen Speisen einen Namen in Düsseldorf gemacht hat, benutzt diese Lösung noch nicht. Doch Glaeser ist sich sicher: „Daten und Gastronomie passen nicht nur, sie gehören mittlerweile zusammen. Gerade in Pandemiezeiten hat sich gezeigt: Daten helfen der Gastronomie zu überleben.“

1 siehe auch Studie B2B-Plattformen in NRW aus Dezember 2020.

Nachhaltigkeit als strategisches Ziel

Auch das Thema Nachhaltigkeit bewegt die Gesellschaft mehr denn je. Und für die Wirtschaft ist das Thema ein strategisches Muss. Dass nachhaltiges Wirtschaften und ein rücksichtsvoller, vorausschauender Umgang mit Ressourcen Teil unserer Zukunft sind, steht also außer Frage. Plastic Bank, Green Consumption Pledge Initiative, Food Waste: die Liste ließe sich lange fortführen. Statt aufzuzählen, möchten wir aber lieber Food for Thoughts anbieten: Lesen Sie hierfür den Kommentar unserer Chefreporterin für Nachhaltigkeit Anne Linnenbrügger.

Kommentar lesen


Nachhaltigkeit

Wie kann man gleichzeitig Fleisch anbieten und nachhaltig sein wollen? Wie kann man gegen Plastik in den Weltmeeren kämpfen und eine Branche versorgen, die nicht ohne To-Go-Produkte auskommt? Wie kann man täglich 40-Tonner auf die Straße schicken und dafür plädieren, dass der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bis 2035 gelingen muss?

Man kann nicht nur, man muss. Wir müssen. Das ist unser Standpunkt bei METRO.

Es gibt Themen, die treiben uns alle um. Digitalisierung zum Beispiel. Nachhaltigkeit auch. Beide Themen sind durch die Corona-Pandemie unfassbar befeuert worden und werden im Spannungsfeld von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft diskutiert. Diese Themen werden maßgeblich mitbestimmen, wie unser Leben und das Leben unserer Kinder morgen aussehen wird. In beiden Feldern nicht schon heute zu handeln, sondern darauf zu setzen, dass es nachfolgende Generationen oder zukünftige Technik irgendwann tun, wäre fatal. Was wir jetzt brauchen, ist ein grundlegendes Verständnis davon, wie wir alle zum 1,5°C-Ziel beitragen können – und wie wir entsprechend handeln.

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ist ein Thema, das entweder von Unternehmen intrinsisch verstanden und umgesetzt wird, weil – wie in unserem Fall – die Auswirkungen des Klimawandels ein direktes unternehmerisches Risiko darstellen oder es von Dritten – Finanzmarkt, NGOs, Verbraucher oder aktivistische Hedgefonds wie im Fall Exxon Mobile – eingefordert wird. Meist ist es ein Zusammenspiel von innen und außen. Ein Möbiusband, dessen Material ein gemeinsames Verständnis davon ist, dass wir handeln müssen. Jetzt.

Handeln ist dabei ein wesentliches Stichwort, denn das ist das Kerngeschäft von METRO. Wir versorgen Gastronomen und unabhängige Händler. Unser USP (Unique Selling Preposition), wie es so schön heißt, sind Fleisch und Fisch, Obst und Gemüse. Unsere Saftorangen für Gastronomen sind zum Beispiel so perfekt sortiert, dass sie nie eine professionelle Entsafter-Maschine blockieren werden.

Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse sind Ressourcen, die nicht unendlich zur Verfügung stehen. Deren Konsum den Planeten sogar unter Druck setzt. Die Versorgung einer stetig wachsenden Weltbevölkerung mit Lebensmitteln braucht u.a. intakte Umwelt und Böden, Biodiversität und beherrschbares Wetter, den schonenden Umgang mit Wildbeständen und den ambitionierten Kampf gegen Müll, vor allem gegen vermeidbare Lebensmittelabfälle.

Unser CEO Steffen Greubel hat deswegen für die METRO AG den europäischen „Code of Conduct“ unterschrieben. Ein manifestiertes Übereinkommen, dass wir eine nachhaltigere Lebensmittel-Lieferkette bauen wollen – vom Hof bis auf den Tisch, getragen von unterschiedlichen Akteuren aus der Lebensmittelwirtschaft. Mit unserer Unterschrift verpflichten wir uns freiwillig, 3 unserer existierenden Nachhaltigkeitsziele transparent und regelmäßig zu berichten. Erstens arbeiten wir an einem nachhaltigeren Sortiment im Bereich unserer Eigenmarken. Mit 500 Bio-Produkten und einer wachsenden Anzahl pflanzenbasierter Fleischalternativen ist ein Anfang gemacht. Zusätzlich reformulieren wir geeignete Produkte, um den Gehalt an Salz, Fett und Zucker oder Zusatzstoffen zu reduzieren und wir setzen auf strikte Einkaufsrichtlinien und effiziente Aktionspläne, um Antworten auf Themen wie Überfischung und Entwaldung zu finden. Zweitens werden wir unser Ziel im Bereich Lebensmittelverschwendung berichten: bis 2025 wollen wir Lebensmittelabfälle im eigenen Unternehmen halbieren. Und, drittens, haben wir uns mit unserem Klimaziel verpflichtet – und es sogar noch verschärft: bis 2040 wollen wir unseren weltweiten Geschäftsbetrieb klimaneutral stellen – überwiegend aus eigener Anstrengung. Basierend auf Investition und Innovation.

Bei METRO arbeiten wir seit 20 Jahren ambitioniert an dem Thema Nachhaltigkeit. Nicht nur, weil es unsere gesellschaftliche Verantwortung ist, sondern auch, weil sich Kundenbedürfnisse ändern und wir antizipieren müssen, wie unsere professionellen Kunden aus Gastronomie und unabhängigem Einzelhandel morgen einkaufen wollen, um den Ansprüchen ihrer eigenen Kunden gerecht zu werden.

Unsere Strategie ist es, bewusst hohe Ziele zu setzen und auf Partnerschaft und Dialog zu bauen, denn wir haben festgestellt, dass sich Veränderung im Schulterschluss effizienter vorantreiben lässt. Wir werden dabei sehr genau beobachtet, unsere Ziele werden nach ihrer Ambition bewertet – von NGOs und Finanzmarktteilnehmern, von Konkurrenten und Mitstreitern, von unseren Kunden und Mitarbeitern – auch zukünftigen.

Mit ambitionierten Zielen geht immer das Risiko einher, diese nicht zu 100% zu erfüllen. Aber das ist in unseren Augen kein Grund, diese Ziele nicht dennoch mit Mut und Zuversicht hoch zu stecken, mit den Herausforderungen zu wachsen und im transparenten Austausch mit all denen zu bleiben, die uns dabei unterstützen, nachhaltiger zu werden – ob es die NGO ist, die uns kritisiert, oder der Kunde, der unsere veganen Fleischalternativen lobt.

Ich schlage vor, dass wir Sie näher mit den Menschen zusammenbringen, die bei METRO all diese Initiativen nach vorne treiben, die mit Herzblut Nachhaltigkeit in einem Weltkonzern umsetzen. Dafür braucht es ein tiefes Verständnis von den Herausforderungen dieser Zeit, auf die unsere Kunden treffen, unser Unternehmen und unsere Gesellschaft. Diese Herausforderungen zeigen wir Ihnen im Hintergrund gerne auf. Sprechen Sie mich an – ich freue mich auf unseren Austausch.

Anne Linnenbrügger
Pressesprecherin für Nachhaltigkeit

Und zu guter Letzt: Wer Brancheninsights, Gedanken zum #Restart der Gastronomie oder auch Forderungen für den anstehenden Herbst und Winter hören möchte, dem sei der digital kompakt Podcast ans Herz gelegt: Joël Kaczmarek spricht mit Michael Kuriat, Vorstand beim Leader’s Club, Gastronom sowie Arzt, und Ivonne Bollow, unserer Chefin für Politik-Themen, über das, was sie ärgert und was mit Blick in die Zukunft jetzt getan werden muss.

Deep Dive: Gastro

Wir hoffen, dass Sie beim Lesen dieser Ausgabe genauso viel Spaß hatten wie wir beim Zusammenstellen für Sie.

Herzlichst grüßt Sie,

Ihr METRO Team

Hülya Dagli, Sirin Emre-Flender, Gerd Koslowski, Katharina Lessenich, Anne Linnebrügger, Chen Leiding

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Hier finden sie die aktuellsten METRO News. Im Fokus dieses Mal: Warum #DiversityMatters? Was wir mit unseren Partnern gegen #PlasticWaste machen. Und wie sich unsere Ess- und Konsumgewohnheiten mit #FoodTech wandeln werden. Anstehende Events finden Sie auf unserer Website.

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Zukunft ist das, was wir draus machen. Sie ist die Verantwortung, die wir heute übernehmen. Sie ist der Weg, den wir gehen. In der aktuellen Ausgabe von MPULSE nehmen wir Sie mit auf eine Reise, in der Nachhaltigkeit und Innovation Hand in Hand gehen.

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Politik begleitet uns überall, sowohl uns als Unternehmen, als auch unsere Kunden. Was diese beispielsweise zur neuen Verpflichtung in Sachen #Mehrweg oder dem Verbot von #SingleUsePlastic sagen und welche Wünsche sie an die #Politik formulieren, finden Sie über unser Digitales Büro des Public Policy Teams.